Studiomonitor ADAM A7
Der Berliner Hersteller ADAM hat im zweiten Quartal 2006
einen neuen Studiomonitor vorgestellt. Die A7 ist mit 18
x 33 x 28 cm (16,6 Liter Volumen) sehr kompakt ausgefallen.
Das Gehäuse ist als Bassreflexsystem ausgelegt und
die Membrane des Basstreibers, mit einem Durchmesser von
165 mm (entspricht 6,5 Zoll), ist aus einem Rohacell/Kevlar-Gewebe
hergestellt. Typische Verbundwerkstoffe aus dem modernen
Flugzeugbau. Kevlar und dessen hervorragende Eigenschaften
wie Festigkeit, ist vielen sicherlich bekannt. Unbekannter
ist sicherlich Rohacell. Es kommt zum Beispiel bei den Tragflächen
der Airbus-Flugzeuge zum Einsatz und besteht eigentlich
aus Methacrylimid - für die, die es genau wissen möchten.

Der Hochtöner ist nach der Accelerated Ribbon Technology
(A.R.T.) aufgebaut. Ein technisches Prinzip basierend auf
die Entwicklung von Dr. Oskar Heil. Es arbeitet mit einer
lamellenartigen, gefalteten Membrane aus Folie in einem
Feld. Die Lamellen öffnen und schließen sich
entsprechend der anliegenden Spannung. Die Luftbewegung
ist dabei aber ca. um den Faktor vier größer
als die Bewegung der Membrane. Es erfolgt daher eine Geschwindigkeits-Transformation,
welche eine bessere akustische Anpassung und damit einen
höheren Wirkungsgrad als übliche Schallwandler
nach dem Kolbenprinzip verursacht. Die höhere akustische
Fläche (71 cm2) durch die Faltung sorgt auch für
einen höheren maximalen Schalldruck, gegenüber
anderen Wandlersystemen, bei gleichem Klirrfaktor. Der in
der A7 eingesetzte Hochtöner ist übrigens identisch
mit dem in dem Artist-Lautsprecher von ADAM.

In dem Gehäuse arbeiten zwei Verstärker mit einer
effektiven Leistung von 50 Watt (80 Watt Spitzenleistung).
Die A7 bietet sowohl ein unsymmetrischen Eingang (Cinch)
als auch ein elektronisch symmetrierten Eingang (XLR-Buchse).
Neben dem Einschalter und auf der Frontseite befindet sich
ein Lautstärkeregler mit Rasterung, der eine Anpassung
des Pegels gestattet. Auf der Rückseite befinden sich
neben den Eingangsbuchsen drei kleine Trimmer. Mit zwei
Trimmern lässt sich die Verstärkung (+/- 6 dB)
der beiden Kuhschwanzfilter (unter 150 Hz und über
6 kHz) zur Raumanpassung einstellen. Der Pegel des Hochtöners
lässt sich im Bereich von +/- 4 dB einstellen.

Praxis
Die Verarbeitung der Box ist ohne jeden Mängel und
sehr solide. Die A7 sorgt bezogen auf ihre Baugröße
für ordentlich Druck im Bassbereich. Dabei überträgt
sie sehr auch sehr gut tieffrequente, impulshafte Geräusche
wie den Kick einer Bassdrum und ist auf keinen Fall schwammig
im Bass. Der A.R.T. Hochtontreiber garantiert eine hohe
Präsenz in den Höhen und zudem eine exzellente
Transientenabbildung. Wirklich ein runder Sound ohne klangliche
Ecken und Kanten und das unabhängig von dem Sound-Material
von TV-Ton über Klassik und Pop bis Heavy. Die A7 macht
immer eine gute klangliche Figur.
Wir haben in unserem Teststudio, der Mastering und Surround
Factory in Hamburg versucht, über die Trimmer eine
optimalere Anpassung hinzubekommen und sind wieder bei den
Null-Stellungen gelandet. Wenn der Raum gut klingt sind
überhaupt keine Korrekturen mit den Trimmern vorzunehmen.
Bei einigen früheren Modellen war nach meinem Geschmack,
häufig der Pegel des Hochtöners zu hoch. Dies
hat man aber offensichtlich korrigiert, den bei der A7 ist
alles optimal abgestimmt.
Die A7 ist ein Lautsprecher der auch Spaß macht, dass
heißt er ist weniger analytisch und somit mehr für
den Produktionsprozess geeignet, als z. B. für dass
Mastering. Auch mit den zwei mal 50 Watt wird ordentlich
Schalldruck erzeugt. Auch hier muss sich der Anwender keine
Sorgen machen - höchstens um den Zustand seines Gehörs.
Für den Einsatz als zweite Referenz in Verbindung mit
großen Midfield-Monitoren ist das System meines Erachtens
nicht unbedingt geeignet. Dazu klingen die A7 einfach zu
gut. In diesem Zusammenhang möchte man ja eher klangliche
Alternativen einsetzen, die z. B. eher Hifi-mäßig
klingen oder einen anderen akustischen Kontrapunkt setzen.
Der Einsatzschwerpunkt der A7 ist aber: kleiner Hauptmonitor
bei Produktionsanwendungen im Nahfeld und hier macht er
einen richtig guten Job.
Fazit
Der Preis für ein Monitor beträgt knapp unter
400 Euro. Für einen Paarpreis von unter 800 Euro kriegt
man einiges an klanglicher Qualität geboten. Klanglich
dürfte sie im Bassbereich vielen gleich großen
Lautsprechern überlegen sein.
Ideale Einsatzgebiete sind kleine Projektstudios ohne Mid-Field-Monitore,
das Homerecording Segment, der Post-Production-Bereich sowie
auch Workstation-Arbeitsplätze, z. B. im Hörfunk.
Da die A7 nicht magntisch geschirmt ist, muss genügend
Abstand zu Videomonitoren (mit Bildröhre) eingehalten
werden, was bei nicht extrem eingeschränkten Platzverhältnissen
in der Praxis kein Problem bereiten dürfte.
Als Fazit kann man der A7 ohne Einschränkungen das
Prädikat sehr empfehlenswert für die angegebenen
Einsatzbereiche vergeben.
Technische Daten
| Tieftontreiber Durchmesser | 165 mm (6,5") |
| Freiluftresonanz Tieftöner | 40 Hz |
| Verstärkerleistung | 2 * 50 W RMS |
| Übertragungsbereich | 46 Hz ... 35 kHz (+/- 3 dB) |
| Klirrfaktor < 1% | (bei > 80 Hz) |
| Maximalschalldruck | > 105 dB SPL (@ 1 m) |
| Übergangsfrequenz | 2200 Hz |
| Eingangsimpedanz | 10 kOhm |
| Gewicht | 8,1 kg |
| Abmessungen (b x h x t) | 18 x 33 x 28 cm |